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Der Superheldinnenfilm „Wonder Woman 1984“ startet Weihnachten nicht nur im Kino, sondern gleichzeitig auch als Stream. Was für eine Überraschung!

Das Kinofenster, Corona und die große Null

Normalerweise liegen Wochen zwischen dem Erscheinen im Kino und dem späteren Streamingstart. Doch jetzt wird das Kino-Zeitfenster beim weihnachtlichen US-Start von „Wonder Woman 1984“ sozusagen auf null reduziert. Bisher hatten die Kinos die Macht, zu bestimmen, wie lange die Zuschauer einen begehrten Film eben nur sehen konnten, indem sie ihr heimisches Sofa verlassen, vor dem Kino Schlange stehen und sich ein Ticket kaufen.

Das Coronavirus hat jedoch die ganze Welt durcheinandergebracht und es sogar geschafft, dieses Gesetz zu brechen. Warner Brothers und AMC, die weltweit größte Kinokette, haben einen Deal gemacht und angekündigt, dass „Wonder Woman 1984“ am 24. Dezember auch auf dem Warner-eigenen Streamingdienst HBO-Max zu sehen sein wird.

Es wird erwartet, dass auch andere große Kinoketten mitziehen werden. Wie das Ganze in Deutschland ablaufen wird, wo es HBO-Max noch nicht gibt, ist derzeit noch nicht klar.

Endlich geht es weiter mit den Abenteuern der Superheldin Wonder Woman

Fans mussten lange auf die „Wonder Woman“-Fortsetzung warten, denn der Kinostart der Superheldinnengeschichte wurde wegen der Corona-Pandemie schon mehrfach verschoben. „Wonder Woman 1984“ mit Hauptdarstellerin Gal Gadot als Amazonenkämpferin sollte bereits im Sommer in die US-Kinos kommen.

Der Original-Film „Wonder Woman“ mit Gadot, Robin Wright und Chris Pine war 2017 ein großer Kinoerfolg. Die ersehnte Fortsetzung hat Regisseurin Patty Jenkins an vielen verschiedenen Plätzen in drei Ländern gedreht.

Schon im Juni 2017 verkündete Geoff Johns, dass er und Jenkins an einem Drehbuch zu „Wonder Woman 1984“ arbeiten würden. Wie schön, dass die Comic-Amazone jetzt endlich ins Kino, beziehungsweise auf das Sofa, trotz Corona-Verzögerungen zurückkehrt.

Der letzte coronabedingte Aufschub erfolgte von Oktober auf Dezember. „Es ist Zeit“ und „Wir haben alle lange Zeit darauf gewartet“, schrieb Hauptdarstellerin Gal Gadot bei Twitter.

Wonder Woman und die wilden 80er

In der Fortsetzung „Wonder Woman 1984“ muss sich Gadot als Superheldin neuen Feinden, alten Bekannten und der wilden Mode der Achtzigerjahre stellen. In einer Zeit, beherrscht von Kaltem Krieg und Föhnfrisuren, bekommt es die Heldin mit ihrer früheren Freundin Barbara (Kristen Wiig) zu tun. Diese hat sich in die böse Gepardenfrau Cheetah verwandelt.

Die Gegenspielerin von Wonder Woman steht mit dem mysteriösen Geschäftsmann Mister Lord (Pedro Pascal) in Verbindung, der die Fähigkeit hat, die Wünsche der Menschen zu erfüllen. Gut dass ihr Geliebter Steve (Chris Pine), der eigentlich im Ersten Weltkrieg gefallen ist, auf ungeklärte Weise zurückkehrt. Dieser hat allerdings so seine Probleme, sich in der Welt der 80er zurechtzufinden, die aus seiner Perspektive sechzig Jahre in der Zukunft existiert.

Was bedeutet der „Wonder Woman 1984“-Stream für die Zukunft der Filmindustrie?

Dass „Wonder Woman 1984“ jetzt zu Weihnachten auch als Stream kommt, dürfte viele Fans freuen.
Regisseurin Jenkins empfahl den Zuschauern jedoch, die „Wonder Woman“-Fortsetzung auf der großen Leinwand zu sehen, solange die Corona-Vorschriften in den Kinos eingehalten werden. Blöd nur, dass die Kinos bei uns in Deutschland bis auf Weiteres geschlossen sind.

Doch zumindest in den USA wird „Wonder Woman 1984“ auf HBO-Max dem großen Test unterzogen. Wer bleibt faul auf dem Sofa liegen und wer steht um einen ganzen Häuserblock herum Schlange – für das schöne alte Kinogefühl, welches dem Blockbuster einst seinen Namen veliehen hat.

Die Antwort mag momentan durch die Angst vor dem Coronavirus und Kinoschließungen verzerrt sein, ist aber nicht unbedeutend für die Zukunft der Filmindustrie. Schon vor der Pandemie ist das Kinofenster in den letzten Jahren immer kleiner geworden.

Dem Netflix-Werk „The Irishman“ wurden beispielsweile nur vier Wochen auf der großen Leinwand zugestanden, bevor gestreamt werden konnte. Die große Null wie jetzt bei „Wonder Woman 1984“ in den USA ist jedoch neu. Corona hat diese Entwicklung also beschleunigt.

Wer nach Covid für das Blockbuster-Gefühl noch Schlange steht, der macht das, weil er es will. Und nicht mehr weil er muss. Ansonsten: Viel Spaß beim Streamen!

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