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Die Filterblase. Ein Buzzword, welches im Internet sehr häufig Verwendung findet. Aber was ist eine Filterblase überhaupt, wie entsteht sie und wieso kommt jeder Internetnutzer früher oder später in eine solche?

Was ist also eine Filterblase. Wie man bereits am Wortlaut hört setzt sich die Filterblase zusammen aus Filter und Blase. Es handelt sich also um eine Blase, einen umschlossenen Raum, in den aufgrund verschiedener Filter nichts von außen hineinkommt. Im Internet beschreibt sich eine Filterblase demnach wie folgt. Durch verschiedene Faktoren kommen Internetnutzer an einen Punkt, an dem zu bestimmten Themen nur noch gewisse Meinungen oder Ansichten oder Arten von Inhalten an sie herankommen. Und dies ist nicht immer darauf zurückzuführen dass der entsprechende Nutzer kein Interesse an anderen Meinungen hätte. Durch Filterblasen kann nun der Eindruck entstehen, dass die eigene Meinung die Einzige wäre, die sozial vertreten wäre, oder dass die Art der konsumierten Inhalte die einzigen sind, die im Internet angeboten werden.

Doch wie entsteht eine solche Filterblase?

Verschiedene Faktoren führen zur Bildung einer Filterblase im Internet. Dabei lässt sich die Bildung in Faktoren unterteilen, die vom Nutzer ausgehen und solche, die vom Anbieter ausgehen.

Zuerst sollen hier die Faktoren geklärt werden, die direkt vom Nutzer ausgehen. Sich eine Filterblase zu schaffen ist grundsätzlich menschliches Verhalten. Auch im echten Leben findet sie statt und bietet ein gutes Anschauungsobjekt, um die Parallelbildung im Internet zu erklären. Wer im echten Leben eine bestimmte, möglicherweise kontroverse Meinung vertritt, der wird sich zunehmend mit Personen umgeben, die diese Ansicht teilen. Sei es am Stammtisch, dem Verein oder dem lokalen Hobbyclub. Es ist einfacher mit Personen zu sprechen, die die eigenen Ansichten vertreten wie man selbst. Hierdurch schätzt man die Anwesenheit solcher Personen mehr und kommt mehr oder weniger freiwillig in eine Situation, in der man nur noch Kontakt zu Personen pflegt, die man aus einschlägigen Kreisen kennt.

Dasselbe kann im Internet passieren. Wer zum Beispiel auf Twitter ist und einen Beitrag einer linken Vereinigung sieht, die die eigene Weltanschauung teilt, wird er dieser eher folgen als der rechten Vereinigung, die im krassen Widerspruch zur eigenen Auffassung steht. Hierdurch wird dem Nutzer jeder Beitrag der linken Vereinigung angezeigt, aber nur noch sehr selten Beiträge der rechten Vereinigung. Das selbe Schema kann auf jede soziale Plattform im Internet angewendet werden. Ein Youtube-Nutzer folgt auch präferiert solchen Kanälen, die sich mit den Interessen oder Anschauungen auseinandersetzen als mit solchen, die im Widerspruch zu den eigenen Idealen stehen. Dadurch schafft sich jeder Nutzer seine ganz eigene Filterblase durch selbstgewähltes Verhalten.

Es gibt allerdings auch Faktoren, welche nicht vom Konsumenten beeinflusst werden. Das Stichwort lautet hier Algorithmen. Soziale Medien sind interessiert daran, Nutzer möglichst lange auf der eigenen Seite zu halten. Um dies zu bewerkstelligen werden Algorithmen eingesetzt, um Nutzern die Inhalte anzuzeigen, die möglichst wahrscheinlich im Interessensspektrum des Nutzers liegt. Hier sollte es kein Geheimnis sein, dass durch die Algorithmen das Feld der angezeigten Inhalte immer weiter auf die Interessen des Nutzers eingegrenzt werden. Hierdurch wird die Filterblase dichter, da Inhalte von außen noch schwerer in den Aufmerksamkeitsbereich kommen.

Wieso also kommt jeder Internetnutzer früher oder später in eine Filterblase?

Anhand der bisher dargelegten Kriterien sollte es nicht verwunderlich sein, dass jeder Internetnutzer in einer gewissen Filterblase sitzt. Dies ist grundsätzlich nichts schlimmes, da es sich hierbei um normales menschliches Verhalten handelt, welches jeden betrifft. Problematisch wird es nur, wenn durch die geschaffene Filterblase Beiträge komplett herausgefiltert werden, die nicht der eigenen Meinung entsprechen. Dies kann dazu führen, dass man immer weiter in seinen vielleicht kruden Weltanschauungen bestärkt wird und der Meinung ist, jeder würde so denken wie man selbst. Daher ist es wichtig, sich hin und wieder aktiv kritisch mit der eigenen Filterblase auseinanderzusetzen und sie als Filterblase zu erkennen.

Denn nur so ist es möglich, die eigenen Ansichten nicht als Wahrheit abzutun, weil alle Leute auf Twitter diese auch zu vertreten scheinen. Das Problem am Internet ist hierbei, dass es wesentlich leichter ist eine sehr enge Filterblase aufzubauen als in der Realität, da man im echten Leben durch den Job, die Familie oder vielleicht entfernte Freunde häufiger in Kontakt mit verschiedenen Menschen ist, die verschiedene Auffassungen vertreten.

Schlussendlich ist damit zu sagen, dass jeder Internetnutzer Opfer der Filterblase ist. Wie stark sich diese ausprägt und ob dies nachhaltig die eigene Meinungsbildung bestimmt, muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

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