...

niiu

Sollten Drohnenaufnahmen für mehr Klicks genutzt werden?

 

Drohnenaufnahmen – der sichere Weg zu mehr Klicks?

 

Immer mehr Nutzer von Social Media Kanälen und -Plattformen produzieren privat eigene Videos und stellen diese auf ihren Kanälen als Content ein. Da geht es längst nicht mehr um ein reines Hobby und Spaß, sondern auch um die knallharte Jagd nach den meisten Klicks. Hochauflösende Videotechnik ist schon lange Mindeststandard.

Aber seit einiger Zeit und mit wachsender Verbreitung der privaten Drohnen mit Top-Videotechnik bis hin zu 4K und 8k versuchen auch immer mehr User durch möglichst spektakuläre Drohnenaufnahmen mehr Klicks zu generieren. Aber ist das auch ein Erfolgsrezept? Und welche Risiken und Gefahren drohen – und wenn ja – für wen?

Drohnen fliegen hat die Grenzen des Möglichen beim Filmen von Videos für private Nutzer weit verschoben. Es können spektakuläre Überflüge von Megastädten genauso wie von aktiven Vulkanen oder unberührten Naturlandschaften gemacht werden. Gerade in der Zeit der weltweiten Lockdowns wurden Drohnenvideos weltweit noch populärer, weil sie eindrucksvoll die verwaisten Mega-Städte zeigten.

Es gibt aber auch zahlreiche Probleme. So werden die gesetzlichen Vorschriften und Beschränkungen für private Drohnen-Flüge immer restriktiver und können sogar als Straftat und Eingriff in den Flugverkehr sanktioniert werden. In vielen Gebieten gelten so schon Flugverbotszonen und private Drohnenpiloten „fliegen“ auch sonst nicht im rechtsfreien Raum, sondern müssen einen Drohnenführerschein machen und eine Haftpflichtversicherung vorweisen. Und die Drohnen müssen registriert sein.

Auch Eingriffe und Gefahren für die Tierwelt dürfen nicht vernachlässigt werden. Gerade in Naturschutzgebieten kam es durch Drohnen schon zu Schäden und Gefährdungen zum Beispiel der Vogel-Population. Eine Drohne wurde bereits von einem wütenden Adler zerstört. Und auch sonst wird durch Drohnen viel Schaden angerichtet.

Durch Drohnen kam es zu Störungen des Flugverkehrs. Weiterhin sind der Datenschutz und die Privatsphäre betroffen. Wenn zum Beispiel eingezäunte Grundstücke mit Drohnen überflogen und gefilmt werden werden, kann es zu rechtswidrigen Verletzungen der Privatsphäre von Bewohnern kommen, die sich zum Beispiel im Blick geschützten Garten aufhalten. Hier kann die Jagd nach Klicks teure Schadensersatz- oder sogar Strafrechtsklagen nach sich ziehen.

 

Bringen Drohnenaufnahmen wirklich mehr Klicks?

 

Im Übrigen ist auch gar nicht sicher, dass Drohnenaufnahmen automatisch mehr Klicks generieren. Es zeigt sich zum Beispiel, dass Drohnenaufnahmen von Weltstädten im Lockdown zwar grundsätzlich eine hohe Klickrate aufweisen.

Wenn es aber grundsätzlich darum geht, das pulsierende Leben in einer City zu zeigen, haben die sehr beliebten Walk-Videos, in denen ein Spaziergänger quasi auf Augenhöhe mit den Passanten und dem Betrachter bekannte Städte oder Regionen als zu Fuß durchwandert und dabei viele interessante Menschen und den Alltag in den Städten und Shopping-Malls einfängt oder auch das Strandleben von Rimini etc. zeigt, erfolgreicher bei den Klicks sind.

Die Zuschauer haben hier das Gefühl „direkt am Geschehen zu sein“ und nicht abstrakt und distanziert aus großer Höhe, wo die Menschen nur die Größe von Stecknadelköpfen haben und keine Details zu sehen sind.

Bei der fortschreitenden Drohnentechnik und Videoqualität ist es daher doch nicht selbstverständlich, dass Drohnenaufnahmen automatisch mehr Klicks bedeuten. Oft zeigt es sich, dass in den Social Media Kanälen Videos und Tutorials oder Video Blogs am erfolgreichsten sind, wenn der Inhalt einfach fesselt und überzeugt. Dabei können die Aufnahmen mit einfachster Technik in einem Raum aufgenommen sein und alles andere als spektakulär sein. Der Inhalt zählt tatsächlich oft zum Glück mehr.

Tinder: neues Feature für die Dating-App sorgt für mehr Spannung