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So will Pawel Durov die Unabhängigkeit von Telegram wahren

 

Telegram braucht ein neues Geschäftsmodell, um weiterhin frei zu bleiben

Ab und zu meldet sich Pavel Durow, der Gründer von Telegram, bei seinem Follower mit einer Kritik an Apple oder schreibt Motivationssprüche und Weisheiten. Diesmal hat er aber etwas wichtigeres zu berichten und zwar einen Tag vor Weihnachten.Bislang hat er die App mit eigenen Mitteln finanziert, doch das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Er beteuert, dass die immer steigenden Nutzerzahlen auch höhere Kosten für Server und Traffic verschlingen. Ein Projekt dieser Größe benötige mehrere Millionen Dollar pro Jahr, um am Laufen zu bleiben. Nach dem Verkauf seiner Anteile an Vkontakte, das russische Equivalent von Facebook, hat Durow vermutlich eine annährend hohe Summe erhalten. Nach dem Erfolgreichen Modell, funktionierende Geschäftsmodelle zu übernehmen und zu verbessern, investierte er dieses Geld nun in eine an WhatsApp orientierte App.

Neue bezahlte Tools

Telegram ist derzeit noch gratis, doch das soll sich bald ändern. Durow versichert, dass alle Funktionen, die bis jetzt frei waren, so auch bleiben werden. Es sollen aber neue Features kommen, wie ein Businesstool oder Premium Accounts, somit erhofft sich Durow die App weiter finanzieren zu können. Normale User werden Telegram weiterhin wie gewohnt benutzen können: kostenlos und für immer; versicherte der Eigentümer. Es bleibt also abzuwarten, welche Business-Tools genau das sein werden. WhatsApp zum Beispiel hat ein Tool für Geschäftsbetreibern, die ihnen Ermögliht die Kundenkommunikation kostenpflichtig über die App abzuwickeln. Es ist gut möglich, dass Telegram in eine ähnliche Richtung gehen wird.

Werbung kommt in einigen Kanälen

Auch bei Telegram wird es in bald klassische Werbung geben. Der Eigentümer versichert, dass das nicht exponentiell in den privaten Chats kommen wird, sondern in den größeren Kanälen, die von Stars oder großen Unternehmen betrieben werden. Dort, so Durow, werde zwar oft Werbung geschalten, aber in einer für die Nutzer unzumutbaren Art und Weise. Diese Anzeigen, meint er, sehen oft aus wie gewöhnliche Nachrichten und das verwirrt und irritiert die Nutzer. Das möchte er durch die Einführung einer eigenen öffentlichen One-to-Many-Werbeplattform lösen. Diese soll einfach zu bedienen sein, die Privatsphäre respektieren und den Telegram Betreibern ermöglichen die Kosten für Server und Traffic zu decken.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass einige Sticker kostenpflichtig werden. Diese sind bei den Telegram Nutzern, neben Emojis und GIFs, sehr beliebt. In Zukunft könnte Telegram die Einnahmen aus diesem Bereich mit den Künstlern teilen, die die Sticker gestalten.

Es kommt nicht überraschen, dass Telegram nun über Preemium-Tools und Werbung Geld verdienen möchte. Im Jahr 2018 versuchte Telegram ein Blockchain basiertes Netzwerk zu entwickeln,dabei sollte ein sogenannter GRAM-Token als Zahlungsmittel verwendet werden. Nach einem Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht musste Durow das Projekt aufgeben und mehr als eine Milliarde Dollar an die Investoren zurückzahlen. Nun wird auf eine gewöhnlichere Weise versucht, ein finanziell erfolgreiches Geschäftsmodell zu etablieren. Ob das funktionieren kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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